Zeigt her eure Bäuche! Wie die Bauchselbstmassage Körper & Seele pflegt

Massagen finden wir alle grundsätzlich super. Wie oft habe ich es erlebt, dass mir freudig und erwartungsvoll der Rücken oder Nacken entgegengestreckt wird. „Hier an den Schultern zwickt es, kannst du mal?“ Aber warum kümmern wir uns hierbei eigentlich nur um das Offensichtliche? Seinen Bauch streckt jedenfalls selten jemand freudig heraus. Vielleicht aus einer Art Schamgefühl heraus oder auch, weil wir es einfach nicht so kennen.  Fakt ist jedenfalls, dass wir nicht nur „hintenrum“ über Muskeln verfügen, sondern natürlich auch im vorderen Bauchbereich. So ist unser Verdauungssystem ein regelrechter Muskelschlauch, der stets damit beschäftigt ist unsere Nahrung zu verarbeiten und fortzubewegen. Innerhalb eines 75-jährigen Menschenlebens muss der Darm rund 30 Tonnen Nahrung und 50 000 Liter Flüssigkeit verarbeiten.

Genau deswegen möchte ich heute einmal die „Bauchmassage“ vorstellen und stark zum Nachmachen anregen. Egal ob man es „sich selbst macht“ oder den Lieblingsmenschen bittet, schenkt eurem Darm die Aufmerksamkeit, die er verdient hat. Er ist nämlich wirklich ein Superorgan, der Pflege und Aufmerksamkeit benötigt.

Von einer Bauchmassage profitiert aber nicht nur der Darm. Sämtliche Organe und auch die Seele fühlen sich mit einer Bauchmassage gut behandelt!

Dass der Darm ein wahres Wunderwerk ist, habe ich schon öfters beschrieben. Aber nochmal zur Wiederholung und weil es einfach so unglaublich ist:

  • Der Darm ist ausgeklappt so groß wie mindestens zwei Tennisplätze
  • Der Darm ist die größte Kontaktfläche zur Außenwelt
  • Der Darm hat mehr Nervenzellen als unser Rückenmark
  • 90 % der Nervensignale gehen vom Darm ins Hirn – nicht umgekehrt!
  • 80 % unseres Immunsystems liegen im Darm

Der Darm sorgt mit den anderen Verdauungsorganen dafür, dass genügend Energie zum Überleben vorhanden ist. Die Gesundheit eines Menschen hängt im wesentlichen mit der Gesundheit des Darms zusammen! Leider essen wir nicht immer so super, wie es vielleicht sein sollte. Und auch unseren Alltagsstress können wir nicht immer einfach so abschütteln. Aber mit kleinen Gesten können wir uns und unserem Darm ein bißchen was zurückgeben.

Die Bauchmassage ist ein uralter Weg, unser „zweites Gehirn“ zu beleben und zu unterstützen

Die Bauchmassage ist Bestandteil von sehr vielen Massage- und Heilsystemen. Das Gute ist, man kann Sie ganz einfach bei sich selbst machen. Nur täglich 15 Minuten tragen dazu bei, dass unser gesamtes System ausgeglichen wird. Sie kann bei Verstopfungsneigung anregend sein, bei einem überaktiven Darm beruhigend. Aber nicht nur die Verdauungsleistung wird beeinflusst, sondern vor allem unser gesamtes Wohlbefinden. So  unterstützen die gezielten Bewegungen ebenfalls die Entgiftung und die Entschlackung und fördern darüber hinaus die Entsäuerung.

Außerdem kann die Bauchmassage die Körperhaltung verbessern. Das liegt an der entspannenden und entkrampfenden Wirkung der Organe und des umliegenden Gewebes.

Die Massage fördert damit nicht nur die Verdauung, sondern entspannt tatsächlich Körper, Geist und Seele. Für ein paar Augenblicke kannst Du somit den Alltagsstress vergessen und Dich auf Dich selbst konzentrieren. Damit hast du die Möglichkeit, Deine Stimmung positiv zu beeinflussen und auch emotionale Spannungen zu lösen. Das wird sich auch beim Schlafen bemerkbar machen!

So, und jetzt bitte hinlegen, Bauch rausstrecken und ab geht die Selbstmassage!

Wichtig ist eine entspannte Atmosphäre. Ideal ist es zum Beispiel, die Übungen abends vor dem Schlafen und morgens nach dem Aufwachen im Bett zu machen. Alles natürlich sehr bewusst und in Ruhe! Hier ist ausnahmsweise mal kein Platz für Ablenkung.

Quelle: Doris Lorenzen – Die Bauchselbstmassage

Schritt 1: Zu Beginn nehmen die Hände sanft Kontakt zum Bauch auf. Dabei tief in den Bauch hineinatmen. Die Daumen ruhen im Nabel. Die Fingerspitzen zeigen in Richtung Schambein. Die rechte Hand, die jeweils mit den Bewegungen beginnt, beschreibt minimale Kreise entgegen dem Uhrzeiger, soweit die Haut des Bauches sich dehnen lässt. Danach kreist die linke Hand mit dem Uhrzeigersinn. Die rechte Hand ruht. Danach kreisen beide Hände gleichmäßig, in gegenverkehrten Richtungen. Jede Kreisbewegung gern 1-2 Minuten bzw. so lange es angenehm ist.

Quelle: Doris Lorenzen – Die Bauchselbstmassage

Schritt 2: Die rechte Hand rutscht nach unten. Der Daumen ruht dabei am oder im Bauchnabel, der kleine Finger am Schambein. Die linke Hand gleitet zum Oberbauch. Zuerst wird wieder mit der rechten Hand sanft gegen den Uhrzeiger gekreist. Die linke Hand ruht. Danach kreist die linke Hand mit dem Uhrzeigersinn. Die rechte Hand ruht nun. Jetzt kreisen beide Hände gleichzeitig auf der Bauchdecke, gegeneinander und zwei Minuten lang.

Schritt 3: Die Hände vertauschen die Position. Die rechte Hand rutscht nach oben, die linke nach unten. Die rechte Hand bewegt sich circa 1 Minute gegen den Uhrzeigersinn, die linke Hand ruht. Danach kreist die linke Hand mit dem Uhrzeiger auf dem Unterbauch und die rechte Hand ruht. Nun wieder mit beiden Händen entgegengesetzt arbeiten. Danach kann die Massage liebevoll beendet werden, in dem der Bauch sanft ausgestrichen wird.

Quelle: Doris Lorenzen – Die Bauchselbstmassage

 

Viel Freude mit und an eurem Bauch wünscht die Naturheilpraxis Hanna Hardt!

 

 

 

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