Professionelle Darmsanierung: Wie sie richtig funktioniert und warum sie so wichtig ist!

Das Thema Darm ist leider noch immer ein Thema mit gewissen Hürden. Was bei uns hinten rauskommt oder vielleicht auch nicht rauskommt, ist nichts, was wir stündlich bei Facebook posten würden. Und darüber sprechen, naja, das macht man ja wenn überhaupt erst im gehobeneren Alter. Ich möchte daher einen kleinen Einblick geben, inwieweit das Thema Darm Einfluss auf unser Wohlbefinden haben kann und was wir tun können, damit es uns rundherum gut geht.

Der Darm als Ökosystem: Hier steppt der Bär!

Wenn man sich die Anatomie und Physiologie des Verdauungstraktes anschaut, könnte man schon ins Staunen geraten. So richtig verrückt wird es aber erst, wenn man sich folgendes bewusst macht: Der Darm ist nicht einfach nur ein Organ, sondern ein regelrechtes eigenständiges Ökosystem. Er besteht aus Trillionen von Bakterien und Pilzen, welche als Außenwelt in uns leben. Außenwelt deshalb, weil sie in unserer “Röhre” Darm leben und auf unserer Schleimhaut. Unser Organismus beginnt erst mit und hinter der Schleimhaut, so dass die Mikroben eher auf uns als in uns leben (Ins Blut- und Lymphsystem sollten sie nämlich nicht gelangen). Im Idealfall leben wir mit unseren Mitbewohnern symbiotisch im Einklang. Wir profitieren von ihnen und umgekehrt als eine Art duales System.
Es sei deutlich gesagt: Das sogenannte Mikrobiom (die Summe der Bakterien und Pilze “auf” uns) ist für uns überlebenswichtig! Es ist nicht einfach nur eine nette Symbiose, die wir eingehen, sondern wir sind schlichtweg abhängig von ihnen. Keime können uns sehr krank machen, aber ohne sie wären wir nicht lebensfähig. Interessant ist, dass die Naturwissenschaft erst seit 2012 entsprechende Beweise liefert. Das Genom, also das Erbgut des menschlichen Mikrobioms konnte erst zu diesem Zeitpunkt entschlüsselt werden. Das Ergebnis: Ohne das Mikrobiom bestehen wir aus kaum mehr als 20.000 Genen! Entspricht so in etwa einem Reptil. Das Genom unserer Mikroflora hingegen liefert in etwa hundert mal mehr Gene.

Vielfalt Darm: Die Aufgabenverteilung unserer Mitbewohner

  • Sie dienen als “Sparingpartner” und schulen unser Immunsystem
  • Sie bieten einen Oberflächenschutz für unsere Schleimhaut, damit nichts reinkommt in unser System, was nicht reinkommen soll (Fremdkeime z.B)
  • Sie spalten Ballaststoffe aus Obst, Gemüse und Getreide und tragen so zu einer guten Verdauung bei, bzw. ohne die Bakterien wäre es gar nicht möglich Obst und Gemüse zu essen.
  • Manche Arten synthetisieren gewisse Vitalstoffe, wie das Vitamin K oder die Folsäure.
  • Weiterhin haben sie auch eine wichtige Nährfunktion für unsere Schleimhäute
  • u.v.m.

Der kranke Darm: wenn das Ökosystem kippt

Wir wissen, dass ein Ökosystem wie z.B. ein Teich kippen kann. Strahlt zu viel Sonne auf den Teich, oder landet zu viel Laub im Wasser, können sich Algen verbreiten. Es mangelt an Sauerstoff, es kommt zu Fäulnis und die Fische sterben. So läuft es im grunde auch im Darm ab. Gewinnt eine Bakterienart überhand, weil die Lebensbedingungen entsprechend vorhanden sind, kann dies die Darmflora langfristig und nachhaltig beeinflussen. Es kann so zu einer Dominanz von Bakterien kommen, die wir gar nicht wollen bzw. die nicht gut für uns sind. Zu den wichtigsten Faktoren, die unser Ökosystem beeinflussen, gehören:
  • Ernährung
  • Medikamente, v.a. Antibiotika, Säureblocker, Abführmittel
  • Stress und Schlafmangel
Das Ungleichgewicht im Darm kann sich je nach Ausprägung stark auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirken. Folgende Auflistung zeigt bei welchen Beschwerdebildern der Darm unbedingt berücksichtigt werden sollte:
  • Depressionen
  • Neurodermitis
  • Nasennebenhöhlenentzündungen
  • Bronchitis
  • Blasenentzündung
  • Gelenkschmerzen
  • Magenschleimhautentzündungen
  • Leberprobleme
  • Akne
  • Migräne
  • Verdauungsprobleme (Blähungen, Verstopfungen, Durchfall, Schmerz) und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Der Darm als Ursache verschiedener Störungen

  • Darm und Haut sind durch ein gemeinsames Immunsystem miteinander verbunden! So leider viele Neurodermitiker bspw. auch an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • Serotonin als “Glückshormon” , wichtiger Faktor in Sachen Schlaf-Wach-Rhythmus und Schmerzwahrnehmung, wird zu 95 % im Darm gebildet!
  • Stress und Darm: Im Darm befinden sich etwa 150 Mio. Nervenzellen, die eng mit den Darmbakterien verbunden sind. Stoffwechselprodukte der Bakterien können unser Nervensystem so im Guten und Bösem beeinflussen. Von hier aus führen Nervenverbindungen zu Hirnregionen, die Emotionen auslösen. Man spricht daher auch vom “Bauchgehirn”. Und den Begriff “Bauchgefühl” kennen wir alle. Das geht tatsächlich auch in beide Richtungen, so dass sich Stress stark auf unsere Darmflora auswirken kann.
  • Muskeln & Gelenke: Die Stoffwechselprodukte der “falschen” Bakterien, sowie die daraus resultierende Übersäuerung des Gewebes, können Schmerzen an Gelenken, Sehnen uns Muskeln verursachen. Wenn hier also Therapieerfolge aus bleiben, ruhig auch mal an den Darm denken!

Darmsanierung oder auch „Mikroökologische Thearpie“ in meiner Praxis in Hamburg Ottensen

Eigentlich ist die Diagnose und Therapie einer sogenannten “Fehlbesiedlung” gar nicht so aufwändig und ich würde fast jedem, der gewisse Beschwerdebilder kennt oder antibiotikageprügelt ist, empfehlen sich einmal den Stuhl anschauen zu lassen. So eine Stuhluntersuchung ist wenig aufwendig, kann zu Hause gemacht werden, und kostet circa 40 Euro (Florastatus beim Labor Ganzimmun). Dafür erhält man dann ein Bild davon wie es im Darm so ausschaut, den sogenannte “Florastatus”, und kann dann ganz gezielt etwas dafür tun, dass das Ökosystem wieder in Balance kommt. Für weitere Infos hier klicken http://www.ganzimmun.de/labor/ganzi…
Ganz konkret gesagt: Sie bekommen von mir ein sogenanntes “Test-Set” und können ganz in Ruhe zu Hause eine Stuhlprobe entnehmen und per Post an das Labor schicken. Das Ergebnis mit der Zusammensetzung Ihrer Darmflora kommt dann per Post (zu Ihnen und in meine Praxis) und wir besprechen in aller Ruhe wie Ihre individuelle “Darmsanierung” aussehen könnte, welche Bakterienstämme, sogenannte Probiotika dir helfen werden, welche Ernährungsweise sinnvoll wäre usw. Produkte mit Bakterienstämmen gibt es zahlreich, aber damit auch die richtigen ausgewählt werden können und diese sich dann auch andocken und vermehren mögen, bedarf es einer professionellen Stuhlanalyse und Beratung.